Nicole Steck, Eliane Rohner, Matthias Egger
Bösartige Tumoren (Krebserkrankungen) gehören weltweit zu den häufigsten Ursachen für Morbidität und Mortalität und stellen eine zentrale Herausforderung für Public Health dar. Sie entstehen durch eine unkontrollierte Vermehrung entarteter Zellen, die in umliegendes Gewebe eindringen und Metastasen bilden können. Krebs ist keine einheitliche Erkrankung, sondern umfasst eine Vielzahl unterschiedlicher Tumorarten mit jeweils spezifischen Ursachen, Verläufen und Prognosen.
Die Entstehung bösartiger Tumoren ist multifaktoriell bedingt. Neben genetischen Faktoren spielen vor allem exogene Einflüsse eine entscheidende Rolle. Zu den wichtigsten vermeidbaren Risikofaktoren zählen Tabakkonsum, ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel, Alkoholmissbrauch, Übergewicht, bestimmte Infektionen (z. B. HPV, Hepatitis B und C) sowie Umwelt- und Berufsbelastungen. Ein erheblicher Anteil der Krebserkrankungen gilt daher als prinzipiell präventabel.
Die Primärprävention zielt auf die Reduktion von Risikofaktoren ab, etwa durch Tabakkontrollpolitik, Impfprogramme oder gesundheitsfördernde Lebensbedingungen. Die Sekundärprävention umfasst Früherkennungs- und Screeningprogramme, die darauf abzielen, Krebserkrankungen in frühen, besser behandelbaren Stadien zu entdecken. Tertiärprävention schließlich fokussiert auf die Vermeidung von Komplikationen, Rezidiven und Folgeschäden.
Eine wirksame Krebsbekämpfung erfordert ein Zusammenspiel aus individueller Verhaltensprävention, strukturellen Maßnahmen und einer leistungsfähigen Gesundheitsversorgung.
Auf dieser Seite finden Sie die in diesem Kapitel verwendeten Literaturquellen, Hinweise zu empfohlener Vertiefungsliteratur, ergänzende Tabellen sowie weiterführende Internetquellen zum Thema.
Literaturquellen
- American Cancer Society. Lifetime Risk of Developing or Dying From Cancer
- Berrino F, De Angelis R, Sant M, et al. Survival for eight major cancers and all cancers combined for European adults diagnosed in 1995 – 99: results of the EUROCARE-4 study. Lancet Oncol 2007; 8(9): 773–83.
- Boyle P, Autier P, Bartelink H et al. European Code Against Cancer and scientific justification: third version (2003). Annals of Oncology 2003; 14: 973–1005
- Bundesamt für Statistik. Krebs in der Schweiz 2009 – 2013
- Cancer Research UK. Cancer risk statistics
- Robert Koch-Institut (RKI). Krebs in Deutschland 2015/2016
- Statistik Austria. Krebs im Überblick (2018): Krebserkrankungen
- Verdecchia A, Francisci S, Brenner H, et al. Recent cancer survival in Europe: a 2000-02 period analysis of EUROCARE-4 data. Lancet Oncol 2007; 8(9): 784–96
- WHO. Health Topics. Cancer
- WHO. The Global Cancer Observatory (GCO)
Empfohlene Vertiefungsliteratur
- s. Literaturquellen
Zusätzliche Tabellen

Web-Tab. Altersstandardisierte Inzidenz- und Mortalitätsraten pro 100.000 Einwohner für alle Krebsarten zusammen sowie für die häufigsten Krebsarten in der Schweiz, in Österreich und Deutschland im Jahr 2012.
Altersstandardisierung unter Verwendung der Welt-Standardbevölkerung
Quelle: Globocan, Cancer Incidence and Mortality Worldwide in 2012; http://globocan.iarc.fr/
Web-Tab. Potentiell modifizierbare Risiko- und Schutzfaktoren für ausgewählte Krebserkrankungen, unterteilt nach Evidenzgrad.

* Zugänglich unter www.iarc.fr
Quellen: European Code against Cancer
Internetquellen zum Thema
- Bundesamt für Statistik, Nicer. Schweizer Kinderkrebsregister. Krebs in der Schweiz, Neuchâtel 2011
- Guidelines for lung cancer screening
- Robert Koch-Institut. Zentrum für Krebsregisterdaten
- The International Agency for Research on Cancer (IARC; part of the World Health Organization)
- Für weltweite Krebsdaten: GCO Database
(All accessed 30 October 2023)