Kap. 8.7 Erkrankungen des Bewegungsapparates

Stephan Reichenbach

Erkrankungen des Bewegungsapparates umfassen Krankheiten der Gelenke, Knochen und Muskeln und zählen weltweit zu den häufigsten Gesundheitsproblemen. Obwohl sie selten lebensbedrohlich sind, führen sie häufig zu Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und Funktionsverlust und beeinträchtigen damit die Lebensqualität erheblich. Aufgrund ihrer hohen Prävalenz verursachen sie eine große Krankheitslast sowie beträchtliche sozioökonomische Kosten, unter anderem durch Behandlungsaufwand, Arbeitsausfälle und Frühberentungen.

Zu den klinisch und epidemiologisch wichtigsten Krankheitsbildern gehören Rückenschmerzen, Arthrose, Osteoporose und die rheumatoide Arthritis. Rückenschmerzen sind besonders weit verbreitet; in rund 80 % der Fälle handelt es sich um unspezifische Beschwerden, die meist selbstlimitierend sind. Arthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung, deren Häufigkeit mit dem Alter deutlich zunimmt und die insbesondere Frauen betrifft. Sie geht mit einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität einher. Osteoporose ist durch eine verminderte Knochenmasse und erhöhte Frakturgefahr gekennzeichnet und verursacht eine hohe Morbidität und Mortalität, vor allem infolge von Hüft- und Wirbelkörperfrakturen. Die rheumatoide Arthritis ist eine chronisch-entzündliche Systemerkrankung, die unbehandelt zu schweren Gelenkzerstörungen führen kann.

Präventive Maßnahmen zielen vor allem auf die Reduktion beeinflussbarer Risikofaktoren ab, etwa durch Förderung körperlicher Aktivität, ergonomische Gestaltung von Arbeitsplätzen und Sturzprävention im Alter. Trotz der großen gesundheitlichen und volkswirtschaftlichen Bedeutung bestehen Wissenslücken hinsichtlich der Wirksamkeit bevölkerungsbezogener Präventionsstrategien.

Auf dieser Seite finden Sie die in diesem Kapitel verwendeten Literaturquellen, Hinweise zu empfohlener Vertiefungsliteratur, ergänzende Tabellen sowie weiterführende Internetquellen zum Thema.

Literaturquellen

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  • Cummings SR, Melton LJ. Epidemiology and outcomes of osteoporotic fractures. Lancet 2002; 18: 1761-7.
  • Helmick CG, Felson DT, Lawrence RC et al. Estimates of the prevalence of arthritis and other rheumatic conditions in the United States. Part I. Arthritis Rheum 2008; 58: 15-25.
  • Holt HL, Katz JN, Reichmann WM et al. Forecasting the burden of advanced knee osteoarthritis over a 10-year period in a cohort of 60-64 year-old US adults. Osteoarthritis Cartilage 2011; 19: 44-50.
  • Hoy D, March L, Brooks P et al. Measuring the global burden of low back pain. Best Practice & Research Clinical Rheumatology 2010; 24: 155–165.
  • Lawrence RC, Felson DT, Helmick CG et al. Estimates of the prevalence of arthritis and other rheumatic conditions in the United States. Part II. Arthritis Rheum 2008; 58: 26-35.
  • Manchikanti L, Epidemiology of low back pain. Pain Physician 2000; 3: 167-192.
  • Robert Koch-Institut 2013, Studie GEDA 2010, Erhebung 2009–2010. Muskuloskelettale Erkrankungen
  • Schmidt CO, Raspe H, Pfingsten Metal. Back pain in the German adult population: prevalence, severity, and sociodemographic correlates in a multiregional survey. Spine 2007; 32: 2005-11.
  • WHO Scientific Group on the Burden of Musculoskeletal Conditions at the Start of the New Millennium. The burden of musculoskeletal conditions at the start of the new millennium. World Health Organ Tech Rep Ser 2003; 919: 1-218.

 

Empfohlene Vertiefungsliteratur

  • Symmons DPM. Epidemiologic concepts and the classification of musculoskeletal conditions. In: Hochberg MH et al. Rheumatology. Philadelphia: Mosby Elsevier, 2011

 

 Zusätzliche Tabellen

Web-Tab.   Mortalität und DALYs für Arthrose und Arthritis in ausgewählten Ländern. Die Daten stammen aus dem Jahr  2004.

Quelle: Global Health Observatory, WHO, http://apps.who.int/ghodata/

Internetquellen zum Thema

(All accessed 30 October 2023)