Kap. 1.5 Ansatzpunkte der Prävention

Matthias Egger, Oliver Razum, Anita Rieder, Lukas Fenner, Lotte Habermann-Horstmeier

Dieser Abschnitt beschreibt zentrale Ansatzpunkte der Prävention in Public Health. Prävention kann entlang des Krankheitsverlaufs ansetzen (Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention), auf unterschiedliche Zielgruppen ausgerichtet sein (Bevölkerungs- versus Hochrisikostrategie) sowie am individuellen Verhalten oder an strukturellen Rahmenbedingungen (Verhaltens- und Verhältnisprävention). Bevölkerungsstrategien können trotz geringer Effekte für Einzelne große gesundheitliche Gewinne erzielen (Präventionsparadox). Ergänzend wird das Konzept der Precision Public Health vorgestellt, das mithilfe neuer Daten und Technologien präventive Maßnahmen gezielter auf bestimmte Bevölkerungsgruppen ausrichten will, dabei jedoch soziale und ethische Aspekte berücksichtigen muss.

Zusätzliche Materialien

Vergleich von Hochrisiko- und Bevölkerungsstrategie in der kardiovaskulären Primärprävention bei britischen Männern. Die Tabelle zeigt die prozentuale Senkung der Inzidenz kardiovaskulärer Ereignisse bei medikamentöser Behandlung von Männern mit hohem Risiko (Hochrisikostrategie) und die Verschiebung der Risikofaktorenverteilung bei allen Männern (Bevölkerungsstrategie).

16 % aller Männer werden behandelt; 226 % aller Männer werden behandelt; 350 % aller Männer werden behandelt; 4Die individuellen Werte aller Männer werden um denselben Prozentsatz reduziert

Die Berechnungen basieren auf den Werten von 5.997 Männern ohne kardiovaskuläre Erkrankung mit Durchschnittsalter 50 Jahre der British Regional Heart Study. Zu den kardiovaskulären Ereignissen zählen akute Herzinfarkte und Schlaganfälle sowie kardiovaskuläre Todesfälle.

Quelle: Emberson J et al. Evaluating the impact of population and high-risk strategies for the primary prevention of cardiovascular disease. European Heart Journal 2004; 25: 484-491.
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Weiterführende Literatur

Rose GA. The strategy of preventive medicine. Oxford ; New York: Oxford University Press; 1992. xii+138.
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Rossow I, Romelsjö A. The extent of the “prevention paradox” in alcohol problems as a function of population drinking patterns. Addiction. 2006 Jan;101(1):84–90.
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Hunt K, Emslie C. Commentary: the prevention paradox in lay epidemiology–Rose revisited. Int J Epidemiol. 2001 June;30(3):442–6.
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Skog OJ. The prevention paradox revisited. Addiction. 1999 May;94(5):751–7.
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Bericht der Foundation for Genomics and Population Health: Public Health in an Era of Genome-based und Personalised Medicine

Beschreibung des Forschungsfelds: Public Health Genomics:  Centers for Disease Control and Prevention