Vorworte

 

A. Vorworte/Geleitworte zur 3. Auflage:

Matthias Egger, Oliver Razum und Anita Rieder, HerausgeberInnen

Seit der ersten Auflage im Jahr 2012 hat sich Public Health: Sozial- und Präventivmedizin Kompakt (neu einfach: Public Health kompakt) als Einführungstext für Studentinnen und Studenten der Medizin, der Pflegeberufe und anderer Gesundheitsberufe etabliert. Dies belegen die vielen positiven Rezensionen in den sozialen Medien und der Fachpresse: „Ideal zur Begleitung der Vorlesungen und zur Prüfungsvorbereitung”, „Die Texte sind kurz, prägnant und leicht verständlich”, „Die Publikation bietet umfangreiches und sehr gut aufbereitetes Wissen …” oder „Ich hätte mir dieses Buch in meiner Studienzeit gewünscht”.

Gut motiviert durch diese Kommentare haben wir die 3. Auflage in Angriff genommen. Unser Ziel war es, einige Lücken zu schließen und die Statistiken und Inhalte auf den neuesten Stand zu bringen. Die Überarbeitungen und Ergänzungen sind recht umfangreich. Der wohl sichtbarste Zuwachs ist das neue Kapitel 5 mit dem Titel „Gesundheit im Verlauf des Lebens – Life Course Approach to Health”. Zusätzlich wurde in einigen Kapiteln Abschnitte hinzugefügt, zum Beispiel zu den Themen „Nudging” (Kap. 1.6), „Internetsurveys” (Kap. 2.4.4), „Migration und Flucht” (Kap. 10.2.7) oder „Sustainable Development Goals” (Kap. 10.3.1). Das Kapitel über Arbeit und Gesundheit (Kap. 7), und die Abschnitte über Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Kap. 8.2) und Psychische Störungen (Kap. 8.8) wurden grundlegend überarbeitet. Weitere Kapitel wurden revidiert und neu gegliedert (Kap. 4, Kap. 6).

Ein wichtiges Ziel dieser Auflage war auch die Einbeziehung Österreichs, und zwar sowohl hinsichtlich der Inhalte des Buches als auch im Hinblick auf unser Autorenkollegium. Zu diesem Zweck konnten wir Prof. Anita Rieder, Leiterin des Zentrums für Public Health und Vizerektorin für Lehre der Medizinischen Universität Wien, als neue Mitherausgeberin sowie weitere Autoren aus Österreich gewinnen. Während in den früheren Auflagen die Beispiele in der Regel aus der Schweiz oder Deutschland stammten, finden sich in der 3. Auflage neu auch viele Beispiele und Abschnitte, die sich auf Österreich beziehen. Ein Beispiel ist der ausgezeichnete Text über das österreichische Gesundheitssystem im Kap. 3 (Gesundheitssysteme). Wir heißen unsere Kolleginnen und Kollegen aus Österreich herzlich willkommen und danken allen Autorinnen und Autoren für die sorgfältige Durchsicht ihrer Kapitel und die vielen Aktualisierungen und Verbesserungen. Wir danken auch Frau lic. rer. pol. Annette Jamieson für die gründliche Durchsicht des Abschnitts über das Schweizer Gesundheitssystem (Kap. 3.2). Weiterhin sind wir dankbar für die Verbesserungsvorschläge, die uns aus der Leserschaft erreicht haben und freuen uns auf zukünftige Kommentare. Lotte Habermann-Horstmeier hat auch diese 3. Auflage äußerst kompetent koordiniert und alle Texte mit der ihr eigenen Liebe zum Detail redigiert. Herzlichen Dank.

Auch dieses Mal möchten wir auf die zum Lehrbuch gehörende Webseite (www. public-health-kompakt.de) hinweisen wo sich eine Fülle von Angaben zu den verwendeten Quellen, zu weiterführender Literatur, Links zu relevanten Webseiten und zusätzliche Unterlagen befinden. Wir laden Sie herzlich ein, über diese Webseite Ihre Kritik und Anregungen zur 3. Auflage zu äußern. Das Buch hat einige Seiten dazugewonnen und es würde uns besonders interessieren, wo die nächste Auflage etwas gekürzt werden könnte. Public Health kompakt soll kompakt bleiben!

Viel Spaß und Erfolg mit der neuen Ausgabe!

Matthias Egger, Oliver Razum, Anita Rieder

 

Prof. Dr. Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Berlin

„Public Health kompakt

Public Health, verstanden als die öffentliche Sorge um die Gesundheit aller, ist ein sehr dynamisches Gebiet. Allein die Frage, welche Akteure welchen Beitrag zu wessen Gesundheit leisten können oder auch sollen, ist aktuell in Deutschland heiß diskutiert. Das spiegelt sich auch in der Weiterentwicklung dieses Buches von der ersten über die zweite bis hin zur aktuell vorgelegten dritten Ausgabe wider. Nicht nur, dass die große Nachfrage erfreulicherweise eine Neuauflage erforderlich gemacht hat, auch die Rahmenbedingungen für Public Health unterliegen einem stetigen Wandel.

So werden neuere Konzepte von Public Health in dieses Buch aufgenommen und diskutiert. Die zunehmende Globalisierung von Gesundheitsrisiken bedingt, dass auch Public Health global gedacht und zu „Global Health” wird. Der zusätzliche, neue Aspekt, dass mit den großen Zuwanderungsströmen nach Europa in den letzten Jahren diese Globalisierung sozusagen vor der Haustür stattfindet, findet seinen Niederschlag. Die Themen Migration und Flucht, die Sorge um die Gesundheit Geflüchteter und erforderliche Maßnahmen sind neue Themen dieser Ausgabe. Im Zuge des demographischen Wandels und der Alterung der Gesellschaft gewinnt die Gesundheit bzw. die Gesunderhaltung im Lebensverlauf zentrale Bedeutung. Folgerichtig gibt es neu in dieser Ausgabe das Kapitel „Gesundheit im Verlauf des Lebens- Life Course Approach to Health”.

Das europäische Regionalbüro der WHO definiert 10 zentrale Handlungsfelder von Public Health, die folgende Aspekte umfassen: Die Surveillance von Gesundheit und Lebensqualität in der Bevölkerung, die Befähigung zu raschen Reaktionen bei Gesundheitsgefahren und Notlagen, den Gesundheitsschutz unter Einschluss von Umwelt, Arbeitsleben und Lebensmittelsicherheit, die Gesundheitsförderung unter Berücksichtigung sozialer Determinanten mit dem Ziel der Herstellung gesundheitlicher Chancengleichheit, Krankheitsprävention und -früherkennung, die Wahrnahme von Steuerungsfunktionen im Bereich Gesundheit, die Sicherstellung einer nachhaltigen Organisation und Finanzierung, eine (angewandte) Public-Health-Forschung, eine wissensbasierte Politikberatung und die Ausbildung von Public-Health-Akteuren in ausreichender Zahl und Kompetenz. Insbesondere zu Letzterem leistet dieses Buch einen hervorragenden Beitrag, indem das Basiswissen, sozusagen das Handwerkszeug von Public Health, aktuell vermittelt wird.

Für alle 10 zentralen Handlungsfelder von Public Health trifft dieses Buch Aussagen, gibt Informationen und Anleitungen zum Handeln. Und das umfasst weit mehr als rein medizinische Aspekte, was zur Folge hat, dass auch der Adressaten-und Leserkreis dieses Buches immer größer wird. Es sind schon lange nicht mehr nur Mediziner oder Medizinstudenten, denn Public Health ist multi- und interdisziplinär und braucht ein Netzwerk ganz vieler Akteure. In diesem Sinne freue ich mich über diese aktuelle dritte Auflage des „Public Health kompakt” und wünsche den Herausgebern, dass recht bald eine weitere, vierte folgen muss.

 

B. Vorworte/Geleitworte zur 2. Auflage:

Matthias Egger und Oliver Razum, Herausgeber

Das positive Echo auf die erste Auflage von Public Health – Sozial- und Präventivmedizin Kompakt hat uns sehr gefreut. Schon bald war die erste Auflage ausverkauft, und es musste nachgedruckt werden. Wie vermutet, schließt dieser reich illustrierte und mit Beispielen aus dem deutschsprachigen Raum ausgestattete Einführungstext eine Lücke für Studierende der Medizin, der
Pflege und anderer Gesundheitsberufe.

Die vielen Rückmeldungen haben uns motiviert, die zweite Auflage relativ bald in Angriff zu nehmen und damit unser Versprechen einzulösen, das Buch regelmäßig zu aktualisieren. Dies ist umso wichtiger, als viele Daten, z.B. zur Inzidenz oder Sterblichkeit von nichtübertragbaren Erkrankungen oder zu den Kosten der Gesundheitssysteme in der Schweiz und in Deutschland, bereits mit einiger Verspätung publiziert werden. Wir haben aber nicht nur Zahlen aktualisiert, sondern auch neuere Entwicklungen abgebildet und Sachverhalte hier und dort vertieft bzw. erweitert. So erwähnen wir z.B. die europäische Bürgerinitiative, die sich auf das Menschrecht auf sauberes Trinkwasser und eine sanitäre Grundversorgung beruft. Sie kämpft gegen eine Privatisierung der Trinkwasserversorgung in der EU (s. Kap. 5.1). Im Einführungskapitel werden nun die Konzepte der Hochrisiko- und Bevölkerungsstrategie sowie das Präventionsparadox ausführlicher abgehandelt (s. Kap. 1). Die Public-Health-Methoden haben wir um einen neuen Abschnitt zur Evidence-based Public Health ergänzt (s. Kap. 2). Das Epidemiologie-Kapitel erläutert jetzt auch den Begriff des bevölkerungsbezogenen attributablen Risikos (Kap. 2.1). Die ‚Sozialwissenschaftlichen Methoden der Datenerhebung‘ gehen nun auch auf das Thema Internetbefragung näher ein (Kap. 2.4). Auch das Screening-Kapitel (Kap. 4.5) wurde aktualisiert. Es beschreibt jetzt ausführlicher das mangelnde Risikoverständnis bei Fachleuten und Betroffenen und weist auf die Bedeutung der Informierten Entscheidung bei der Durchführung von Screening-Maßnahmen hin. Das Kapitel ‚Arbeit und Gesundheit‘ enthält nun einen Abschnitt zum Altersgerechten Betrieblichen Gesundheitsmanagement, was nicht nur die wachsende Bedeutung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements deutlich macht, sondern auch die Herausforderungen aufzeigt, die eine alternde Bevölkerung mit sich bringt.

Leider wurden wir seit dem Erscheinen der ersten Auflage auch schmerzlich daran erinnert, dass die im Buch beschriebenen Erkrankungen und Prozesse uns alle treffen können: Wir mussten Abschied nehmen von Frau Prof. Dr. med. Kathrin Mühlemann, welche für das ausgezeichnete Kapitel über Infektionskrankheiten (Kapitel 8) verantwortlich zeichnete. Ihr widmen wir die zweite Auflage von Public Health – Sozial- und Präventivmedizin kompakt.

Wir danken allen Autorinnen und Autoren für die sorgfältige Durchsicht ihrer Kapitel und die vielen Aktualisierungen und Verbesserungen. Speziell danken möchten wir der Gruppe von Medizinstudierenden in Bern, die sich intensiv mit dem Text auseinandergesetzt und viele Verbesserungsvorschläge eingebracht haben. Ebenfalls danken möchten wir Frau  Annette Jamieson, lic. rer. pol, Fachspezialistin Politik und Ökonomie, Helsana Versicherungen AG, für die vielen hilfreichen Kommentaren zum Abschnitt über das Schweizer Gesundheitssystem (s. Kap. 3.2).  Schließlich gebührt Dr. Lotte Habermann-Horstmeier, die die zweite Auflage meisterhaft koordiniert und alle Texte redigiert hat, erneut großer Dank.

Abschließend möchten wir nochmals auf die aktualisierte, zum Lehrbuch gehörende Webseite (www.public-health-kompakt.de) hinweisen, auf der Sie eine Fülle von Informationen, zusätzlichen Unterlagen und Links zu den verwendeten Quellen, zu weiterführender Literatur und relevanten Webseiten finden. Wiederum laden wir Sie nun herzlich ein, über diese Webseite Ihre Kritik und Anregungen zur zweiten Auflage zu äußern.

Pascal Strupler, Direktor des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), Bern

Was auch immer der Antrieb sein mag, Medizin zu studieren oder sich einem Gesundheitsberuf hinzuwenden – früher oder später wird sich Ihr Tätigkeitsfeld einengen – auf ein Spezialgebiet, auf eine Altersgruppe, auf ein einziges Organ, eine einzelne Krankheit. Selbst wenn Sie sich der Breite der Hausarztmedizin zuwenden sollten, wird immer ein größerer oder kleinerer Teil des Gesundheitswesens im toten Winkel Ihres Blickfeldes liegen.

Der Trend zu thematischer Fokussierung bringt gewiss große und notwendige Fortschritte auf jedem Gebiet, auch in der Medizin. Er ist aber eng verwoben mit den Gefahren jeder monothematischen Ausrichtung: Zusammenhänge werden leicht übersehen, kritische Fragen überhört, Ursachen am falschen Ort gesucht, wichtige Einflüsse unterschätzt.

Umso notwendiger ist – gerade beim Einstieg in die medizinische Berufsausbildung – eine Rundumsicht auf das, was Gesundheit ausmacht und Krankheit zu vermeiden vermag, auf die Versorgung der Gesamtbevölkerung mit gesundheitsfördernden oder -erhaltenden Diensten. Es ist das große Verdienst dieses Buches, einen strukturierten, stringenten und spannenden Einblick in die Welt der öffentlichen Gesundheitsbelange zu vermitteln und zur Vertiefung breiterer Kenntnisse anzuregen.

Public Health steht für Gesundheitsbestreben im weiteren, gesellschaftlichen, gesellschaftspolitischen Sinn. Sie steht auch für die Erkenntnis in die Notwendigkeit zur Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure im Interesse der öffentlichen Gesundheit. Damit richtet sich das Buch selbstverständlich nicht nur an das klassische Gesundheitspersonal. Public Health ist – hoffentlich – auch der Anspruch der Gesundheitspolitik auf optimale Berücksichtigung der Gesundheit in allen Bereichen der Politik. Insofern ist die Lektüre auch für all jene empfehlenswert, die sich mit dem Blick aufs Ganze im gesundheitspolitischen Umfeld bewegen, oder dort etwas bewegen wollen.

C. Vorworte/Geleitworte zur 1. Auflage:

Matthias Egger und Oliver Razum, Herausgeber

Die deutschsprachige Public-Health-Literatur hat in den letzten Jahren eine erfreuliche Belebung erfahren, so dass zunehmend auch auf Standardwerke in deutscher Sprache zurückgegriffen werden kann. Was bisher fehlte, war ein kompakter, aktueller und mit Beispielen aus dem deutschsprachigen Raum illustrierter Einführungstext für Studentinnen und Studenten der Medizin, der Pflegeberufe, der Physio- und Ergotherapie und anderer Gesundheitsberufe. Mit dem vorliegenden Buch Public Health – Sozial- und Präventivmedizin Kompakt versuchen wir, diese Lücke zu schließen. Das Buch bezieht sich auf den schweizerischen Lernziel-Katalog für das Fach Sozial- und Präventivmedizin [1]. Diese Lernziele werden zu Beginn der Kapitel jeweils in der einführenden Box aufgelistet. Das Lehrbuch deckt darüber hinaus aber auch die Module des Stoffkatalogs der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP) ab [2].

Nach einem einführenden Kapitel, das sich mit der Definition und der Geschichte von Public Health sowie verschiedenen übergreifenden Themen (z.B. der gesundheitlichen Ungleichheit) beschäftigt, werden in Kapitel 2 die methodischen Disziplinen vorgestellt. Hierzu gehören die Epidemiologie, die Demographie, die Biostatistik, die Sozialwissenschaften und die Gesundheitsökonomie. Kapitel 3 beschreibt zuerst verschiedene Arten von Gesundheitssystemen und geht dann auf das schweizerische und das deutsche Gesundheitswesen näher ein. Im Anschluss daran setzt sich Kapitel 4 mit dem Thema Prävention und Gesundheitsförderung auseinander. Es enthält Abschnitte u.a. zu Gesundheitsverhalten und Lebensstilen sowie zu Vorsorgeuntersuchungen und Screening-Programmen. Kapitel 5 befasst sich dann mit der physikalischen Umwelt und deren Auswirkungen auf die Gesundheit. Das anschließende Kapitel 6 beleuchtet das Thema Arbeit und Gesundheit. In Kapitel 7 diskutieren wir Fragen der Epidemiologie und der Prävention wichtiger nicht übertragbarer Erkrankungen (z.B. von Herz-Kreislauf-Krankheiten). Kapital 8 widmet sich der Epidemiologie und der Kontrolle von Infektionskrankheiten. Das abschließende Kapitel 9 beschreibt die Fragen der Gesundheit in einer globalisierten Welt und beschäftigen sich mit den Strategien und Akteuren, die die Globale Gesundheit heute prägen.

Mehr als 40 AutorInnen haben Beiträge zu unserem Buch geleistet. Wir haben dabei versucht, die üblichen »Nebenwirkungen« eines Vielautorenbuchs (Redundanzen, verschiedene Sprachstile und Inkonsistenzen) durch klare Vorgaben und eine einheitliche Redaktion der Texte zu vermeiden. Unser Dank gilt daher nicht nur den AutorInnen, die sich an diese Vorgaben gehalten haben, sondern insbesondere auch Frau Dr. Lotte Habermann-Horstmeier, die die Texte meisterhaft redigiert hat. Unser Dank geht auch an Simone Witzel vom Verlag De Gruyter für die gute Betreuung und ihre Geduld.

Das Buch und die Internetseite unseres Lehrbuches (www.public-health-kompakt.de) sollen StudentInnen helfen, sich auf ihre Prüfungen vorzubereiten. Daneben erhoffen wir uns, dass vielleicht der eine oder die andere LeserIn Gefallen an diesem faszinierenden,  interdisziplinären Fachgebiet findet. Interessierte können sich auf der bedienungsfreundlichen Homepage nicht nur die im Buch angesprochenen, prüfungsrelevanten Quellen anschaut, sondern finden dort auch noch Hinweise auf weiterführende Literatur, Übungen, Vorlesungstexte und Links zu relevanten Webseiten. Wir werden uns bemühen, diese Webseite laufend zu aktualisieren, auch im Hinblick auf eine nächste Auflage unseres Lehrbuchs. Zum Schluss laden wir Sie nun herzlich ein, über diese Webseite Ihre Kritik und Anregungen zu unserem Buch (und natürlich auch zur Webseite) zu äußern.


[1] Item catalogue SPM. Erhältlich über: http://www.ispm.ch/fileadmin/doc_download/Lehre_Item_catalogue_SPM_def2.pdf

[2] Brennecke R et al. Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP) – Sozialmedizinischer Stoffkatalog für die ärztliche AppO vom 27.6.2002. Erhältlich über: http://www.iam.uniklinikum-jena.de/iam_media/Bilder/Sozialmedizinischer_Stoffkatalog.pdf

 

Prof. Dr. Reinhard Burger, Präsident des Robert Koch-Instituts, Berlin

Wenn Sie Medizin studieren, wird die klinische Tätigkeit eine besonders große Faszination auf Sie ausüben. Kurative Medizin allein reicht aber nicht aus, um die Bevölkerung gesund zu erhalten. Public Health ist von ebenso großer Bedeutung, auch wenn ihre Rolle häufig unterschätzt wird.

Public Health wird zu Recht mit den großen gesundheitlichen Fortschritten durch verbesserte Hygiene in Verbindung gebracht. Der Schutz vor Infektionskrankheiten ist in der Tat ein wichtiges Element von Public Health, aber nur eines unter vielen. Dieser Bereich ist keineswegs auf Impfungen beschränkt, sondern außerordentlich vielfältig: Er umfasst das Gesundheitsmonitoring, also das Gewinnen und Analysieren von Daten, die Untersuchung und Kontrolle von Krankheitsausbrüchen und die Vorbeugung von Krankheiten. Gerade bei der HIV-Prävention ist Public Health in Deutschland und in der Schweiz sehr erfolgreich. Große Erfolge hat Public Health aber auch in anderen Bereichen wie etwa dem Nichtraucherschutz erzielt. Zu den Herausforderungen, denen sich Public Health zunehmend auch in Deutschland und der Schweiz stellen muss, gehören die sozialen Determinanten von Gesundheit.

Public Health bedeutet immer Teamwork und Zusammenarbeit von unterschiedlichen Instanzen. Das liegt am breiten Spektrum der Aufgaben, die zu bewältigen sind. Sie reichen von der Forschung zu Gesundheitsrisiken bis hin zur Implementierung von Maßnahmen, die die Gesundheit schützen sollen. Dabei spielt das Robert Koch-Institut [1] eine wichtige Rolle. Es ist das Institut für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland. Daher wünsche ich den Leserinnen und Lesern von »Public Health – Sozial- und Präventivmedizin kompakt«, dass sie nicht nur Individualmedizin betreiben, sondern auch dazu beitragen, die Gesundheit der Bevölkerung zu verbessern.


[1] Institutsbroschüre: Gesundheit schützen, Risiken erforschen. Darstellung der wesentlichen Aufgaben des Robert Koch-Instituts. Berlin 2011; http://www.rki.de/cln_109/nn_205760/DE/Content/Institut/OrgEinheiten/Institutsbroschuere.html