Kap. 7.3 Gesundheitsgefährdungen am Arbeitsplatz

Auch in der modernen Arbeitswelt („Arbeit 4.0“) sind Beschäftigte vielfältigen Gesundheitsrisiken ausgesetzt. Diese lassen sich in chemische, physikalische, biologische sowie körperliche und psychosoziale Gefährdungen einteilen. Ziel der Arbeitsmedizin ist es, diese Risiken zu erkennen, zu bewerten und durch geeignete Maßnahmen zu minimieren.

Chemische Gefährdungen entstehen durch den Umgang mit Gefahrstoffen, die toxisch, allergen oder krebserregend sein können. Entscheidend sind Dosis und Expositionsdauer. Grenzwerte (z. B. MAK-Werte) und Biomonitoring helfen, Belastungen zu beurteilen und zu begrenzen. Physikalische Einwirkungen umfassen u. a. UV- und ionisierende Strahlung sowie Lärm. Diese können akute und langfristige Gesundheitsschäden verursachen, etwa Hautkrebs oder Hörverlust. Prävention erfolgt durch technische, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen (z. B. STOP-Prinzip, ALARA-Prinzip). Biologische Gefährdungen entstehen durch Mikroorganismen wie Bakterien oder Viren, insbesondere im Gesundheitswesen oder in der Landwirtschaft. Schutz bieten Gefährdungsbeurteilungen, Hygienemaßnahmen und Impfungen. Körperliche Belastungen wie schweres Heben, Zwangshaltungen oder repetitive Tätigkeiten führen häufig zu Muskel-Skelett-Erkrankungen. Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung und Analyseinstrumente sind zentrale Präventionsansätze. Psychosoziale Belastungen (z. B. Zeitdruck, geringe Kontrolle, unsichere Arbeitsverhältnisse) können psychische Erkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen. Wichtig sind hier vor allem verhältnispräventive Maßnahmen sowie die Förderung individueller Gesundheitskompetenzen.

Insgesamt basiert der Arbeitsschutz auf einer systematischen Gefährdungsbeurteilung und priorisiert Maßnahmen, die Risiken möglichst an der Quelle vermeiden.

Quellen nach Land

Deutschland
Österreich

Veranschaulicht ist das mit dem jeweiligen Grenzwert assoziierte statistische Risiko (bei 8-stündiger arbeitstägiger Exposition während 40 Arbeitsjahren), eine durch diese Exposition verursachte Krebserkrankung zu erleiden. Auf der senkrechten Achse ist dieses Lebensarbeitszeit-Risiko in logarithmischer Skalierung angegeben. Quelle: Grenzwerte

Schweiz