Kap. 4.4

Gesundheitsförderung und Prävention in der Arztpraxis

Matthias Egger, Thomas E. Dorner, Ueli Grüninger

Gesundheitsförderung und Prävention sind wichtige Aufgaben in der Hausarztpraxis. Das  bestehende Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Arzt erleichtert es, die PatientInnen in der Sprechstunde auf ihr Gesundheitsverhalten anzusprechen, z.B. auf  Rauchen, risikoreichen Sex oder übermäßigen Alkoholkonsum. Weitere Gesundheitsrisiken werden in der periodischen Gesundheitsuntersuchung (Check-up) erfasst.

Dieser Abschnitt des Lehrbuchs geht zuerst auf die Beratung in der Arztpraxis ein, diskutiert dann über periodische Gesundheitsuntersuchungen und lotet schließlich die Grenzen von Prävention und Gesundheitsförderung in diesem Setting aus.

Schweizerische Lernziele: CPH 31

 

Auf dieser Seite finden Sie die in diesem Kapitel verwendeten Literaturquellen, Hinweise zu empfohlener Vertiefungsliteratur, ergänzende Boxen und Tabellen sowie weiterführende Internetquellen zum Thema.

 

Literaturquellen

Empfohlene Vertiefungsliteratur

 

Zusätzliche Web-Boxen

(1) Ergänzende Box zur Einführung in  Kap. 4.6 Gesundheitsförderung und Prävention in der Arztpraxis

Web-Box 4.6.1 Gesundheitscoaching – Ein Projekt des Schweizer Kollegiums für Hausarztmedizin

Gesundheitsförderung und Prävention in der Arztpraxis konzentrieren sich zu oft auf einige isolierte Risikofaktoren und bietet den PatientInnen Interventionen an, die untereinander schlecht koordiniert sind. Zudem ist die traditionelle ärztliche Beratung in der Regel eher direktiv und vernachlässigt dabei die zentrale Rolle des Patienten. Das mit dem Swiss Quality Award 2011 ausgezeichnete Projekt »Gesundheitscoaching KHM « versucht diese Schwächen durch konsequente Patientenorientierung, Koordination und einheitliche Methodik zu beheben. Der Patient nimmt hier die Hauptrolle ein. Der Arzt wird zu seinem Coach und erarbeitet mit ihm, welche Prioritäten er setzen möchte und welche Motivationen vorhanden sind. Aufgabe des Arztes ist es, Ressourcen zu mobilisieren und Gesundheitskompetenzen nachhaltig zu fördern. Die unten stehende Abbildung verdeutlicht den polyvalent anwendbaren Ansatz, der mit einfachen Algorithmen für die Sprechstunde auskommt. Für jede der vier Phasen (Sensibilisieren – Motivieren – Planen – Begleiten) stehen ein Beratungsmanual und Arbeitsblätter zur Verfügung.

Das Gesundheitscoaching KHM beinhaltet moderne Gesundheitsförderungs- und Beratungskonzepte (Gesundheitskompetenz, Empowerment, Shared Decision Making, Motivational Interviewing). Erste Erfahrungen zeigen, dass die meisten PatientInnen Bereitschaft zeigten, sich mit ihrem Gesundheitsverhalten auseinanderzusetzen und dass etwa ein Drittel der TeilnehmerInnen ihr Verhalten positiv verändern.

Quelle: Grüninger U, Hösli R, Neuner S, Schmid M. Gesundheitscoaching – ein Programm für Gesundheitsförderung und Prävention in der Hausarztpraxis vom Kollegium für Hausarztmedizin (KHM). Schweizerische Ärztezeitung 2009;90: 1729-1732.

Zusätzliche Tabellen

(1) Ergänzende Tabelle zu Kap 4.6.1. Beratung

Web-Tab. 4.6.1  Beispiele für wichtige Fragen im Beratungsgespräch.

Bereitschaft<„Was sind Sie bereit zu tun?“

Erwartungen „Was erwarten Sie von dieser Konsultation?“
Prioritäten „Welches Anliegen ist Ihnen am wichtigsten?“
Vorwissen „Was haben Sie darüber schon gehört?
Vorerfahrungen „Was haben Sie selber bereits versucht zu tun?“
Problemerkennung „Wo sehen Sie Probleme dabei?“
Problemlösung „Wie stellen Sie das an?“

Aus: Grüninger U et al. HIV Beratung. Verbindung der Schweizer Ärzte FMH und Bundesamt für Gesundheit, 1993.

Internetquellen zum Thema

(All accessed 5th July 2018)