Kap. 6.4

Luft

Nino Künzli, Barbara Hoffmann

Durch Menschen hervorgerufene (anthropogene) Luftverschmutzung gibt es bereits seit der Zeit, als der Mensch erstmals lernte, Feuer gezielt für seine Zwecke einzusetzen. Seither hat er auf vielfältige Weise die Zusammensetzung der ihn umgebenden Luft verändert. Die dadurch entstandene Luftverschmutzung kann bei den betroffenen Menschen zu gesundheitlichen Schäden führen. Luftverschmutzung trägt darüber hinaus aber auch zur Klimaerwärmung bei und beeinträchtigt unsere Umwelt auf vielfältige Weise.

In diesem Abschnitt des Lehrbuchs wird zuerst der Begriff der Luftverschmutzung definiert, dann werden die wichtigsten Schadstoffquellen genannt. Nachdem die gesundheitlichen Auswirkungen der Luftverschmutzung diskutiert wurden, wird gezeigt, welche präventiven Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit vor Luftschadstoffen getroffen werden können.

Schweizerische Lernziele: CPH 42-­‐44

Auf dieser Seite finden Sie die in diesem Kapitel verwendeten Literaturquellen, Hinweise zu empfohlener Vertiefungsliteratur, ergänzende Abbildungen, Boxen und Tabellen sowie weiterführende Internetquellen zum Thema.

Literaturquellen

Empfohlene Vertiefungsliteratur

  • Cassee FR, Mills NL, Newby DE, editors. Cardiovascular Effects of Inhaled Ultrafine and Nano-­‐ Sized Particles. 1st ed. Hoboken (New Jersey): Wiley, 2011.

Zusätzliche Abbildungen

Web-‐Abb. 6.4.1 Die Abbildungen dokumentieren die Abhängigkeit chronischer Gesundheitsparameter von der Distanz der Wohnadresse zu stark befahrenen Verkehrsachsen. Dargestellt ist die adjustierte Prävalenz chronischer Bronchitis in Abhängigkeit zur Wohndistanz von der Schweizer Nord-­‐Süd-­‐Transitachse (Autobahn). Links: Dargestellt ist die adjustierte Prävalenz chronischer Bronchitis in Abhängigkeit zur Wohndistanz von der Schweizer Nord-­‐Süd-­‐Transitachse (Autobahn).

Quelle der Abbildung: Hazenkamp-von Arx ME, Schindler C, Ragettli MS, Künzli N, Braun-Fahrländer C, Liu L-JS. Impacts of highway traffic exhaust in alpine valleys on the respiratory health in adults: a cross-sectional study. Environmental Health 2011; 10: 13 (http://www.ehjournal.net/content/10/1/13/figure/F3)

Zusätzliche Boxen

Web-Box 6.4.1 Aktionsprogramm “Berlin qualmfrei”

Quelle der Abbildung: Nic Neish, 123RF Limited

»Kann die Hauptstadt Berlin auch zur Hauptstadt des Nichtrauchens werden? Wir meinen sie sollte!« So startete die Senatsverwaltung für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz in Berlin am 2. September 2004 eine große Kampagne zur Förderung des Nichtrauchens. Zum Startzeitpunkt der Kampagne hatte Berlin im Vergleich zu den anderen Bundesländern den mit Abstand höchsten Raucheranteil in der Bevölkerung. Im Rahmen eines dreijährigen Aktionsprogramms sollten verhältnisbezogene Maßnahmen zur Verringerung des Tabakkonsums miteinander verbunden und durch neue Präventionskampagnen ergänzt werden (vgl. Aktionsprogramm „Berlin qualmfrei; http://www.gsi-berlin.info/redirectA.asp?filename=TG0100719200200500.pdf.)

Verhaltensprävention

  • Massenmediale und andere Informationskampagnen zum Nichtrauchen und Passivrauchen
  • Bündelung bekannter und Entwicklung neuer Raucherentwöhnungsangebote
  • zielgruppenspezifische verhaltenspräventive Maßnahmen (z.B. für SchülerInnen, MigrantInnen, Schwangere) sowie kiezbezogene Arbeit

Verhältnisprävention

  • Rauchfreie Einrichtungen (Schulen, Jugendeinrichtungen, Kindertagesstätten, Universitäten, Sportvereine, Krankenhäuser, Öffentlicher Gesundheitsdienst, Rathäuser und Betriebe u.a.)
  • Kontrolle der Umsetzung von Richtlinien der Arbeitsstättenverordnung und des Nichtraucherschutzes in Betrieben, Krankenhäusern, Restaurants und Verwaltung
  • Initiativen im Vorfeld gesetzlicher Regelungen: Bannmeile für Zigarettenautomaten und Tabakwerbung von 250 m im Umfeld von Schulen; kein Rauchen in Autos, in denen Kinder mitfahren; Unterbindung des Verkaufs von Zigaretten durch Pächter in Krankenhäusern, Rathäusern u.a.; Einschränkung der Tabakwerbung auf bezirkseigenen Grundstücken und öffentlichem Straßenland
  • Sensibilisierung der Öffentlichkeit für ein umfassendes Werbeverbot und gegen Sponsoring der Tabakindustrie (s. WHO-Rahmenübereinkommen)
  • Unterstützung von Gesetzesinitiativen zur Steuererhöhung, Einsatz der Steuern für Tabakprävention; Werbeverbot

Seit Oktober 2007 wird das Programm von der Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin weitergeführt. Aktuelle Einschulungsuntersuchungen zeigen, dass sich der Anteil der ErstklässlerInnen, die aus Nichtraucherhaushalten kommen, zwischen 2005 und 2010 um fast zehn Prozent erhöht hat. Trotzdem liegt der Anteil der RaucherInnen in Berlin noch immer bei 31%. Infos hierzu unter: Tabakatlas Deutschland 2009; http://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/download/Publikationen/sonstVeroeffentlichungen/Tabakatlas_2009.pdf 

Zusätzliche Tabellen

Web-Tab. 6.4.1  Beispiele für den potentiellen gesundheitlichen Nutzen einer reduzierten Schadstoffbelastung mit Feinstaub (PM10) in verschiedenen Regionen Europas. Es wird hierfür angenommen, dass die aktuellen Schadstoffkonzentrationen auf die im Szenario vorgeschlagenen Werte vermindert werden.

 

 

Internetquellen zum Thema

Die Bundesämter für Umwelt bieten auf ihren Internetseiten Informationen über Schadstoffe, Quellen, Auswirkungen, die aktuellen Luftbelastungen und die Gesetzgebung im Bereich Luft:

Schweiz: http://www.bafu.admin.ch/luft/. Eine ständig aktualisierte, ausführliche Datenbank zu Luftverschmutzungsstudien wird vom Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut betreut: www.swisstph.ch;  ein direkter Link hierzu: http://ludok.swisstph.ch/fmi/iwp/cgi?-db=ludok_web&-loadframes

Deutschland: http://www.umweltbundesamt.de/luft/index.htm

Österreich: http://www.umweltbundesamt.at/umweltsituation/luft/

EU: https://www.eea.europa.eu/themes/air

Die bedeutendsten Langzeitstudien der Schweiz, Deutschlands, Österreichs und der Europäischen Union im Bereich der Luftverschmutzung finden Sie unter

(All accessed 8th July 2018)