Lotte Habermann-Horstmeier, Matthias Egger
Chronische Krankheiten sind durch langandauernde, häufig irreversible Krankheitsprozesse gekennzeichnet, die kontinuierlich oder schubweise verlaufen. Eine Heilung ist meist nicht möglich; vielmehr steht die langfristige Bewältigung der Erkrankung sowie die Vermeidung von Folgeproblemen im Sinne der Tertiärprävention im Vordergrund. Mit zunehmendem Alter nimmt die Häufigkeit chronischer Erkrankungen deutlich zu, was unter anderem auf altersbedingte Veränderungen und die Akkumulation von Risiken im Lebensverlauf zurückzuführen ist. Zu den wichtigsten chronischen Erkrankungen zählen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, chronische Atemwegserkrankungen, Diabetes mellitus sowie psychische Störungen, die von der WHO als nichtübertragbare Krankheiten (NCDs) zusammengefasst werden.
Behinderung wird heute nicht mehr ausschließlich als individuelles Defizit verstanden, sondern als Ergebnis der Wechselwirkung zwischen gesundheitlichen Beeinträchtigungen und gesellschaftlichen sowie umweltbedingten Barrieren. Menschen mit Behinderungen stellen eine sehr heterogene Bevölkerungsgruppe dar und sind häufig mit gesundheitlichen Ungleichheiten konfrontiert. Chronische Krankheiten und Behinderungen können erhebliche soziale, psychische und ökonomische Folgen haben, darunter Einschränkungen der Lebensqualität, der gesellschaftlichen Teilhabe und der Erwerbsfähigkeit. Besonders ausgeprägt sind diese Belastungen bei Multimorbidität. Das Kapitel betont die Bedeutung von Inklusion, bedarfsgerechter Gesundheitsversorgung und dem Abbau von Zugangsbarrieren, um die gesundheitliche Situation chronisch kranker Menschen und von Menschen mit Behinderungen nachhaltig zu verbessern.
Auf dieser Seite finden Sie die in diesem Kapitel verwendeten Literaturquellen und weiterführende Internetquellen zum Thema.
Literaturquellen
- Amrhein L, Falk K, Heusinger J, Kammerer K. Woltewr B. Die “Jungen Alten” II. Aktualisierte Expertise zur Lebenslage von Menschen im Alter zwischen 55 und 65 Jahren. Forschung und Praxis der Gesundheitsförderung, Band 50. Köln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), 2018;
- Amrhein L, Heusinger J, Ottovay K, Wolter B. Die Hochaltrigen. Expertise zur Lebenslage von Menschen im Alter über 80 Jahren. Forschung und Praxis der Gesundheitsförderung, Band 47. Köln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), 2015;
- Bundesamt für Statistik (BFS). Behinderung hat viele Gesichter. Definitionen und Statistiken zum Thema Menschen mit Behinderungen. Neuchâtel: BFS, 2009;
- Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz. Nationaler Aktionsplan Behinderung
- Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz. ÖIHS – Österreichische Interdisziplinäre Hochaltrigenstudie;
- BundesPsychotherapeutenKammer (BPtK). BPtK-Studie zur Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit. Psychische Erkrankungen und gesundheitsbedingte Frühverrentung. Berlin BPtK, 2013
- Falk K, Heusinger J, Kammerer K, Wolter B. Alte Menschen II. Aktualisierte Expertise zur Lebenslage von Menschen im Alter von 65 bis unter 80 Jahren. Forschung und Praxis der Gesundheitsförderung, Band 51. Köln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), 2019
- Fuchs J, Busch M, Lange C et al. Prevalence and Patterns of morbidity among adults in Germany – results of the German Telephone Health Interview Survey “German Health Update (GEDA) 2009”. Gesunsheitsbl-Gesundheitsforsch-Gesundheitsschutz 2012; 55: 576-586
- Heusinger J, Kammerer K, Wolter B. Alte Menschen. Expertise zur Lebenslage von Menschen im Alter zwischen 65 und 80 Jahren. Forschung und Praxis der Gesundheitsförderung, Band 44. Köln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), 2013
- Heusinger J, Wolter B. Die Jungen Alten. Expertise zur Lebenslage von Menschen im Alter zwischen 55 und 65 Jahren. Forschung und Praxis der Gesundheitsförderung, Band 38. Köln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), 2011
- Nowossadeck E. Demografische Alterung und Folgen für das Gesundheitswesen. Hrsg. Robert Koch-Institut Berlin, GBE kompakt 3(2), 2012
- Robert Koch-Institut. Gesundheitsberichterstattung des Bundes;
- Schweizerisches Gesundheitsobservatorium (Hrsg.). Gesundheit in der Schweiz – Fokus chronische Erkrankungen
- Winkler P, Pochobradsky E, Wirl C. Gesundheit und Krankheit der älteren Generation in Österreich. Im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit, Wien 2012 / Auflage Februar 2015
- World Health Organization (WHO). World report on ageing and health, 2015;
- World Health Organization (WHO), The World Bank. World Report on Disability 2011;
nternetquellen zum Thema
- BARMER GEK Arzneimittelreport 2015. Infografiken;
- BARMER GEK Arzneimittelreport 2016. Infografiken;
- Behinderung.org; Ratgeber für Menschen mit Behinderung und deren Angehörige;
- Das Informationssystem der Gesundheitsberichterstattung des Bundes
- Destatis (Statistisches Bundesamt). Krankheitskosten;
- Eurostat Datenbank
- Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen. Europäische Strategie zugunsten von Menschen mit Behinderungen 2010-2020: Erneuertes Engagement für ein barrierefreies Europa. Brüssel 2010
- UN-Behindertenrechtskonvention (Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, Convention on the Rights of Persons with Disabilities — CRPD)
(All accessed 24 October 2023)