Kap. 8.1 Chronische Krankheit und Behinderung

Lotte Habermann-Horstmeier, Matthias Egger

Chronische Krankheiten sind durch langandauernde, häufig irreversible Krankheitsprozesse gekennzeichnet, die kontinuierlich oder schubweise verlaufen. Eine Heilung ist meist nicht möglich; vielmehr steht die langfristige Bewältigung der Erkrankung sowie die Vermeidung von Folgeproblemen im Sinne der Tertiärprävention im Vordergrund. Mit zunehmendem Alter nimmt die Häufigkeit chronischer Erkrankungen deutlich zu, was unter anderem auf altersbedingte Veränderungen und die Akkumulation von Risiken im Lebensverlauf zurückzuführen ist. Zu den wichtigsten chronischen Erkrankungen zählen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, chronische Atemwegserkrankungen, Diabetes mellitus sowie psychische Störungen, die von der WHO als nichtübertragbare Krankheiten (NCDs) zusammengefasst werden.

Behinderung wird heute nicht mehr ausschließlich als individuelles Defizit verstanden, sondern als Ergebnis der Wechselwirkung zwischen gesundheitlichen Beeinträchtigungen und gesellschaftlichen sowie umweltbedingten Barrieren. Menschen mit Behinderungen stellen eine sehr heterogene Bevölkerungsgruppe dar und sind häufig mit gesundheitlichen Ungleichheiten konfrontiert. Chronische Krankheiten und Behinderungen können erhebliche soziale, psychische und ökonomische Folgen haben, darunter Einschränkungen der Lebensqualität, der gesellschaftlichen Teilhabe und der Erwerbsfähigkeit. Besonders ausgeprägt sind diese Belastungen bei Multimorbidität. Das Kapitel betont die Bedeutung von Inklusion, bedarfsgerechter Gesundheitsversorgung und dem Abbau von Zugangsbarrieren, um die gesundheitliche Situation chronisch kranker Menschen und von Menschen mit Behinderungen nachhaltig zu verbessern.

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(All accessed 24 October 2023)