Matthias Egger, Oliver Razum, Anita Rieder (Hrsg.)
Kapitel 1 Public Health: Konzepte, Disziplinen und Handlungsfelder
Matthias Egger, Oliver Razum, Anita Rieder, Lukas Fenner, Lotte Habermann-Horstmeier
In diesem einführenden Kapitel lernen wir die zentralen Begriffe, Konzepte, Disziplinen und Handlungsfelder von Public Health kennen. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass Public Health zu Beginn weniger mit der Medizin als mit dem Ingenieurwesen zu tun hatte. Die Geschichte macht auch verständlich, warum heute der englische Begriff „Public Health“ auch im Deutschen gebräuchlich ist. Public Health und Medizin unterscheiden sich in ihrer Sicht auf Krankheit und Gesundheit. Anders als im medizinischen Denken steht in Public Health die Entstehung von Gesundheit (Salutogenese) und nicht die Entstehung von Krankheit (Pathogenese) im Mittelpunkt. Zu den Kernthemen von Public Health gehört u. a. die gesundheitliche Ungleichheit zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen, z. B. die Ungleichheit im Zusammenhang mit der sozialen Schichtzugehörigkeit und dem Geschlecht. Bei vielen Public-Health-Fragen spielen auch ethische Aspekte eine Rolle. Während in der Medizinethik die Ärzt:in-Patient:in-Beziehung im Mittelpunkt steht, ist es in der Public-Health-Ethik das Verhältnis zwischen Institutionen und Bevölkerung.
Razum, O., & Kolip, P. (2020). Handbuch Gesundheitswissenschaften. Weinheim: Beltz Juventa; 2020. Link
Schwarz F, Walter U, Siegrist J, Kolip P, Leidl R, Busse R, et al. Public Health: Gesundheit und Gesundheitswesen. 4. Auflage. München: Elsevier, Urban & Fischer; 2023. 933 p. Link
Gutzwiller F, Paccaud F. Sozial- und Präventivmedizin – Public Health. 4. Aufl. Verlag Hans Huber; 2011. 531 p. Link
Auf den folgenden Seiten finden Sie für jeden Abschnitt die verwendeten Literaturquellen, Hinweise zu empfohlener Vertiefungsliteratur, ergänzende Abbildungen sowie weiterführende Internetquellen.