Kap. 1.6 Public Health Ethik

Matthias Egger, Oliver Razum, Anita Rieder, Lukas Fenner, Lotte Habermann-Horstmeier

Die Public-Health-Ethik befasst sich mit ethischen Fragen der öffentlichen Gesundheit und unterscheidet sich von der Medizinethik dadurch, dass nicht die Ärzt:in-Patient:in-Beziehung, sondern das Verhältnis zwischen Institutionen und Bevölkerung im Mittelpunkt steht. Sie wird besonders relevant bei bevölkerungsbezogenen Maßnahmen wie Screening-Programmen, Infektionsschutz, Rauchverboten oder in Krisensituationen wie der COVID-19-Pandemie. Zentrale ethische Ansätze sind der Utilitarismus, der auf das größtmögliche Wohl der Mehrheit abzielt, sowie die Menschenrechte, die den Schutz individueller Rechte betonen. Wichtige Prinzipien sind Autonomie, gegenseitige Abhängigkeit, Fürsorge, Mitwirkung, Gerechtigkeit und wissenschaftliche Abstützung. Diese Prinzipien helfen, Nutzen, Risiken und Fairness von Public-Health-Maßnahmen systematisch abzuwägen.

Weiterführende Literatur

Artikel
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