Matthias Egger, Franziska Krampe, Oliver Razum
Soziale, ökonomische und politische Determinanten prägen die Gesundheit von Bevölkerungen weltweit und erklären die erheblichen Unterschiede in Morbidität, Mortalität und Lebenserwartung zwischen Ländern. Zu den wichtigsten Einflussfaktoren zählen Armut, Hunger, niedriger Bildungsstand, geschlechtsspezifische Ungleichheiten, rasches Bevölkerungswachstum sowie bewaffnete Konflikte. Diese Determinanten wirken sowohl innerhalb von Gesellschaften als auch zwischen Ländern und beeinflussen zudem die Altersstruktur von Bevölkerungen, was sich wiederum auf Krankheitsmuster auswirkt.
Armut und Gesundheit stehen in einer wechselseitigen Beziehung: Niedriges Einkommen schränkt den Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung und angemessener Ernährung ein, während Krankheit die wirtschaftliche Produktivität und damit das Einkommen weiter reduziert. Hunger und Mangelernährung erhöhen insbesondere bei Kindern das Risiko für Morbidität und Mortalität. Bildung wirkt als zentrale Schutzressource, da sie Gesundheitskompetenz, Einkommen und soziale Teilhabe verbessert. Geschlechtsspezifische Ungleichheiten benachteiligen Frauen und Mädchen weltweit, etwa durch eingeschränkten Bildungszugang oder mangelnde reproduktive Gesundheitsversorgung.
Weitere wesentliche Determinanten sind bewaffnete Konflikte und der Klimawandel sowie Migration und Flucht, die mit erhöhten Gesundheitsrisiken und eingeschränktem Zugang zu Versorgung einhergehen. Die COVID-19-Pandemie verdeutlicht exemplarisch, wie globale Gesundheitskrisen bestehende Ungleichheiten verschärfen und die enge Verflechtung sozialer, ökonomischer und gesundheitlicher Determinanten sichtbar machen. Globale Gesundheit ist maßgeblich durch strukturelle Rahmenbedingungen bestimmt und wirksame Maßnahmen müssen intersektoral ansetzen.