Das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) ist ein zentrales Instrument zur Förderung von Gesundheit und Arbeitsfähigkeit in einer sich stark wandelnden Arbeitswelt, die unter anderem durch Globalisierung, Digitalisierung, flexible Arbeitsformen und demografische Veränderungen geprägt ist. BGM wird definiert als die systematische Entwicklung, Steuerung und Optimierung betrieblicher Strukturen und Prozesse zur gesundheitsförderlichen Gestaltung von Arbeit. Ziel ist es, die Gesundheit der Beschäftigten langfristig zu erhalten und ihre Beschäftigungsfähigkeit zu sichern.
Kennzeichnend für BGM ist das koordinierte Zusammenspiel von drei Handlungsfeldern: dem verpflichtenden Arbeitnehmer:innenschutz, der freiwilligen betrieblichen Gesundheitsförderung sowie dem betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM), das die Rückkehr an den Arbeitsplatz nach längerer Krankheit unterstützt. Modernes BGM verbindet Verhältnis- und Verhaltensprävention und berücksichtigt sowohl arbeitsbedingte Belastungen als auch individuelle Ressourcen der Beschäftigten. Eine aktive Beteiligung der Belegschaft sowie die Unterstützung durch die Unternehmensführung sind dabei entscheidend.
Die Planung eines BGM basiert auf Analysen der Altersstruktur und der krankheitsbedingten Fehlzeiten. Diese liefern wichtige Hinweise auf gesundheitliche Risiken und Handlungsbedarfe im Betrieb. Zentrale Maßnahmen betreffen unter anderem die ergonomische Arbeitsplatzgestaltung, flexible Arbeitszeiten, Weiterbildung, Stressprävention und Return-to-Work-Programme. Die Wirksamkeit und Effizienz von BGM-Maßnahmen sollte regelmäßig evaluiert werden, um nachhaltige und zielgerichtete Gesundheitsförderung im Betrieb sicherzustellen.
Profiles für das gesamte Kapitel 7:
GO 1.23, GO 4.1, GO 4.2, GO 4.5, GO 5.2, GO 5.2, EPA 1d
Auf dieser Seite finden Sie die in diesem Kapitel verwendeten Literaturquellen, Hinweise zu empfohlener Vertiefungsliteratur sowie weiterführende Internetquellen zum Thema.
Literaturquellen
- Luxemburger Deklaration zur betrieblichen Gesundheitsförderung;
- Beispiel für ein lokales Netzwerk zur betrieblichen Gesundheitsförderung mit dem Ziel eine nachhaltige, gesundheitsfördernde Kultur im Betrieb zu initiieren („Erlanger Bewegte Unternehmen“)
Empfohlene Vertiefungsliteratur
- Faller G (Hrsg.). Lehrbuch Betriebliche Gesundheitsförderung. Bern: Hogrefe, 3. Aufl. 2017.
- Habermann-Horstmeier L. Gender und Return to Work. In: Weber A., Peschkes L, de Boer W (editors). Return to Work – Arbeit für alle! Stuttgart: Gentner Verlag, 2014, S. 246-254
- Habermann-Horstmeier L. Occupational Health Care Management: The Benefits to Workers and Companies. TRANSFER. Das Steinbeis Magazin 2015
- Habermann-Horstmeier L. Risikofaktor “Stress”. Bern: Hogrefe, 2017.
- Habermann-Horstmeier L, Bührer S. What measures do residential facilities for disabled persons take to promote health in the workplace among their care workers? – Findings of a study in South Baden. ASU International Edition (occupational, social & environmental medicine); 30.03.2015
- Habermann-Horstmeier L, Limbeck K. Auswirkungen der Arbeitssituation von Betreuungskräften in Behinderten-Wohneinrichtungen auf ihre Gesundheit. Das Gesundheitswesen 2015; 77(8/9): A315; DOI: 10.1055/s-0035-1563271
- Habermann-Horstmeier L, Limbeck K. Krank zur Arbeit – Gesundheitssituation von Betreuern in Behinderteneinrichtungen; HeilberufeSCIENCE 2016, 7(1):, 25-39; DOI: 10.1007/s16024-015-0260-5
- Habermann-Horstmeier L., Limbeck K. Working atmosphere in residential facilities for disabled persons in Germany. ASU International Edition (Occupational, social & environmental medicine) 14.10.2015; DOI: 10.17147/ASUI.2015-10-06-02;
- Habermann-Horstmeier L., Limbeck K. Arbeitsbelastung: Welchen Belastungen sind die Beschäftigten in der Behindertenbetreuung ausgesetzt? ASU (Arbeitsmedizin Sozialmedizin Umweltmedizin), 2016; 51: 517-525
- Habermann-Horstmeier L, Limbeck K. Burnout-Gefährdung in der Behindertenarbeit – Subjektive Einschätzungen der Beschäftigten geben Hinweise. Prävention und Gesundheitsförderung 2016. DOI: 10.1007/s11553-016-0553-2 Originalarbeit. First online: 20 July 2016, pp 1-14
- Weber A, Hörmann G (Hrsg.). Psychosoziale Gesundheit im Beruf. Mensch – Arbeitswelt – Gesellschaft. Stuttgart: Gentner Verlag, 2007.
Internetquellen zum Thema
- KMU–vital. Ein webbasiertes Programm zur betrieblichen Gesundheitsförderung aus der Schweiz
- Leitfaden des Verbandes Deutscher Betriebs- und Werksärzte e.V. zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement
- Zentrum Bayern Familie und Soziales; Informationen zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement
(All accessed 30 October 2023)