Dieser Abschnitt beschreibt die zentralen Strukturen und Regelungen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes in Deutschland. Ein Kernelement ist die gesetzliche Unfallversicherung, die für alle Beschäftigten verpflichtend ist und Arbeits-, Wegeunfälle sowie Berufskrankheiten abdeckt. Sie ist im Sozialgesetzbuch VII geregelt und wird vollständig durch Arbeitgeberbeiträge finanziert. Neben abhängig Beschäftigten sind unter anderem auch Schüler:innen, Studierende und ehrenamtlich Tätige versichert; Selbstständige können sich freiwillig versichern. Neben Entschädigungsleistungen spielt Prävention eine zentrale Rolle, insbesondere wenn das Risiko besteht, dass sich eine Berufskrankheit entwickelt oder verschlimmert.
Berufskrankheiten sind rechtlich definierte Erkrankungen, die durch besondere berufliche Expositionen verursacht werden und in einer offiziellen Berufskrankheitenliste aufgeführt sind. Diese Liste wird regelmäßig aktualisiert. In den letzten Jahren zählten unter anderem COVID-19 und Lärmschwerhörigkeit zu den am häufigsten anerkannten Berufskrankheiten.
Der Arbeitsschutz in Deutschland ist als duales System organisiert und wird sowohl vom Staat als auch von den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung getragen. Zentrale Rechtsgrundlagen sind das Arbeitsschutzgesetz und das Arbeitssicherheitsgesetz. Ein zentrales Instrument ist die verpflichtende Gefährdungsbeurteilung, die ausdrücklich auch psychische Belastungen einschließt. Ziel ist ein systematischer, präventiver Schutz der Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten am Arbeitsplatz.
Profiles für das gesamte Kapitel 7:
GO 1.23, GO 4.1, GO 4.2, GO 4.5, GO 5.2, GO 5.2, EPA 1d
Auf dieser Seite finden Sie die in diesem Kapitel verwendeten Literaturquellen, Hinweise zu empfohlener Vertiefungsliteratur sowie weiterführende Internetquellen zum Thema.
Literaturquellen
- Arbeitsmedizinische Regeln in Deutschland
- Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit – Berichtsjahr 2017. Unfallverhütungsbericht Arbeit;
- Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS). Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (jährlich aktualisiert). Unfallverhütungsbericht Arbeit. Dortmund/Berlin/Dresden: BMAS
- Deutsche Forschungsgemeinschaft; Ständige Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe
- Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) (ed.). MAK- und BAT-Werte-Liste 2021. Maximale Arbeitsplatzkonzentrationen und Biologische Arbeitsstofftoleranzwerte. Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe. Mitteilung 57;
- Gesetze und Verordnungen des Deutschen Arbeitsschutzrechts über die Internetseiten der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM);
- Gesetze im Internet; Seite des Bundesministeriums der Justiz
- Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA)
- Homepage des Ausschusses für Gefahrstoffe mit Link zu den Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS)
- Triebig G, Drexler H, Letzel S, Nowak D. Biomonitoring in Arbeitsmedizin und Umweltmedizin. Orientierungshilfe für Betrieb, Praxis und Klinik. ecomed MEDIZIN, 2012
Empfohlene Vertiefungsliteratur
- Triebig G, Kentner M, Schiele R, (ed.). Arbeitsmedizin, Handbuch für Theorie und Praxis. Stuttgart: Gentner Verlag, 4. vollständig überarbeitete Aufl. 2014
- Weber A, Hörmann G, (ed.). Psychosoziale Gesundheit im Beruf. Mensch – Arbeitswelt – Gesellschaft. Stuttgart: Gentner Verlag, 2007
Internetquellen zum Thema
- Homepage der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung
- s.a. Literaturquellen
(All accessed 30 October 2023)