Kap. 8.4 Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Gerald Haidinger, Thomas E. Dorner, Anita Rieder

Herz-Kreislauf-Erkrankungen (HKE) stellen weltweit und auch in Europa die häufigste Todesursache dar und verursachen einen erheblichen Anteil der Krankheitslast. Zu den wichtigsten Krankheitsbildern zählen die koronare Herzkrankheit, der Myokardinfarkt, der Schlaganfall sowie die Herzinsuffizienz. Ihre Entstehung ist multifaktoriell und eng mit verhaltensbezogenen sowie strukturellen Risikofaktoren verknüpft.

Zu den zentralen beeinflussbaren Risikofaktoren gehören Rauchen, Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung, Adipositas, Hypertonie, Dyslipidämien und Diabetes mellitus. Diese Faktoren treten häufig gemeinsam auf und verstärken sich gegenseitig. Nicht beeinflussbare Faktoren wie Alter, Geschlecht und genetische Prädisposition spielen ebenfalls eine Rolle, erklären jedoch nur einen Teil des Erkrankungsrisikos. Sozialer Status und psychosoziale Belastungen haben einen bedeutenden Einfluss auf die Verteilung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und tragen zu gesundheitlichen Ungleichheiten bei.

Aus Public-Health-Perspektive kommt der Primärprävention eine zentrale Bedeutung zu. Maßnahmen der Primärprävention zielen auf die Reduktion von Risikofaktoren in der Gesamtbevölkerung, etwa durch Förderung körperlicher Aktivität, gesunder Ernährung und Rauchverzicht. Sekundärpräventive Maßnahmen wie Screening und frühzeitige Behandlung von Hypertonie oder Fettstoffwechselstörungen sollen Krankheitsverläufe günstig beeinflussen. Trotz medizinischer Fortschritte bleiben Herz-Kreislauf-Erkrankungen daher ein zentrales Handlungsfeld von Public Health, das bevölkerungsbezogene Strategien und individuelle Interventionen gleichermaßen erfordert.

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Literaturquellen

Empfohlene Vertiefungsliteratur

  • Labarthe D. Epidemiology and prevention of cardiovascular diseases: a global challenge (2nd edition). Sudbury MA: Jones and Bartlett; 2011
  • Leon DA, Shkolnikov VM, McKee M, Kiryanov N, Andreev E. Alcohol increases circulatory disease mortality in Russia: acute and chronic effects or misattribution of cause? Int J Epidemiol 2010; 39: 1279-1290
  • Lopez AD, Mathers CD, Ezzati M, Jamison DT, Murray CJL, editors. Global Burden of Disease and Risk Factors. Washington DC: World Bank, 2006
  • Luepker RV, Lakshminarayan K. Cardiovascular and cerebrovascular diseases. In: Detels R, Beaglehole R, Lansang MA, Gulliford M, eds: Oxford Textbook of Public Health (5th Edition), 2009. New York, NY: Oxford University Press: 971-996
  • Roger VL, Go AS, Lloyd-Jones DM, Adams RJ, Berry JD, Brown TM, Carnethon MR, Dai S, de Simone G, Ford ES, Fox CS, Fullerton HJ, Gillespie C, Greenlund KJ, Hailpern SM, Heit JA, Ho PM, Howard VJ, Kissela BM, Kittner SJ, Lackland DT, Lichtman JH, Lisabeth LD, Makuc DM, Marcus GM, Marelli A, Matchar DB, McDermott MM, Meigs JB, Moy CS, Mozaffarian D, Mussolino ME, Nichol G, Paynter NP, Rosamond WD, Sorlie PD, Stafford RS, Turan TN, Turner MB, Wong ND, Wylie-Rosett J; American Heart Association Statistics Committee and Stroke Statistics Subcommittee. Heart disease and stroke statistics – 2011 update: a report from the American Heart Association. Circulation. 2011; 123(4): e18-e209.

 Internetquellen zum Thema

(All accessed 24 October 2023)