Philipp Jent, Heimo Lagler, Christian Gatterer, Christian Althaus, Cornelia Staehelin
Infektionskrankheiten entstehen durch das Eindringen von pathogenen Mikroorganismen wie Bakterien, Viren, Parasiten oder Pilzen in den menschlichen Organismus. Zentrale Merkmale sind Infektiosität, Pathogenität und Virulenz, die beschreiben, wie leicht ein Erreger übertragen wird, ob er Krankheit verursacht und wie schwer der Krankheitsverlauf ist. Das Zusammenspiel von Erreger, Wirt und Umwelt bestimmt maßgeblich das Infektionsgeschehen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Übertragungswegen und der Übertragungsdynamik. Infektionen können direkt (z. B. Tröpfchen-, Kontakt- oder sexuelle Übertragung) oder indirekt (z. B. über Lebensmittel, Wasser, Vektoren oder kontaminierte Oberflächen) weitergegeben werden. Die Basisreproduktionszahl (R₀) dient als zentrales Maß zur Beschreibung der Ausbreitungsdynamik und gibt an, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt. Faktoren wie Inkubationszeit, Infektionsdauer und Immunität beeinflussen zusätzlich den Verlauf von Ausbrüchen.
Weitere grundlegende Begriffe zur Beschreibung des Auftretens von Infektionskrankheiten sind Endemie, Epidemie und Pandemie. Diese Konzepte sind essenziell, um Infektionsgeschehen einzuordnen, geeignete Präventions- und Kontrollmaßnahmen zu planen und die Bedeutung von Surveillance und Interventionen im Public-Health-Kontext zu verstehen.